Wir waren Samstag abend viele! Wir sagen: Antifaschismus in die Offensive auf allen Ebenen!

“Die Geschichte hat uns gezeigt: Antifaschist*innen erfuhren von Staat und Polizei Schickane, Kriminalisierung und Repression. Daher ist es umso wichtiger, dass wir alle, die sich als Antifaschist*innen begreifen, dies auch nach außen tragen und hinter unserem verletzten Genossen und Freund stehen.

Wir sehen: die Politik der Herrschenden, der Klassenkampf von oben und die Kriegstreiberei liefern den Nährboden für faschistische Ideologien, rechte Hetze und Gewalt. Sie befeuern den Hass gegen Migrant*innen, gegen Queere, gegen die angeblichen “Nutzlosen” und “Faulen”, gegen alljene, die dieser Staat als den “inneren Feind” sieht.

Antifaschismus heißt der Kampf auf allen Ebenen. Es heißt antifaschistischer Selbstschutz. Es heißt auch, linke und revolutionäre Antworten auf den Klassenkampf von oben zu haben. Es heißt, dem Autoritarismus, den Repressionen, und der menschenfeindlichen Politik der bürgerlichen Mitte entgegenzutreten.

Es hat einen getroffen, aber gemeint sind wir alle. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir kämpfen weiter. Für eine Gesellschaft ohne Faschismus. Für eine Gesellschaft ohne Krieg und Genozid, ohne Grenzen und ohne Ausbeutung.

Von Trauer, zu Wut, zu Widerstand.”

Foto: @pm_cheung_photography
Instagram @il_goettingen

Niemals alleine! Solidarität mit dem verletzten Antifaschisten aus Göttingen!

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Am Freitag kamen einige Leipziger Antifaschist*innen zusammen, um eine Solidaritätsbekundung an den Antifaschisten aus Göttingen zu senden, der vergangene Woche von einem Neonazi lebensgefährlich verletzt wurde.

Wir wünschem dem Genossen gute und schnelle Genesung und seinen Freund*innen und den antifaschistischen Strukturen in Göttingen viel Kraft!

Niemals alleine. Antifa in die Offensive!

Gefunden unter https://de.indymedia.org/node/748934

Solidarische Grüße nach Göttingen aus der AU Frankfurt.

Liebe Genoss*innen, Antifaschist*innen und Angehörige,
wir sind in Gedanken bei euch, wir sind traurig und wir sind wütend über die Gewalt gegen euren und unseren Genossen. Wir sind über den Normalzustand rechter Gewalt entsetzt und lehnen diesen entschieden ab. Wenn Faschist*innen angreifen, müssen wir uns zusammen tun und dafür sorgen, dass sie es nie wieder tun!
Stay Squatted
Stay Antifascist

Solidarisch, AU Frankfurt am Main, 27.6.2026

Soli-Grüße aus Frankfurt

gude liebe gefährt*innen, 

mit trauer und wut hat uns die nachricht erreicht, dass vergangene woche ein junger genosse in göttingen durch einen messerangriff schwerst verletzt wurde.

als erstes möchten wir ihm viel kraft senden und schnellstmögliche genesung wünschen. wir haben vergangene woche viel an ihn und seine freund*innen gedacht.

naziangriffe auf antifas häufen sich. die immer mehr um sich greifende rechte hegemonie zeigt sich in einem sich steigernden selbstbewusstsein von faschos.

wir wollen nicht in plattitüden verfallen. aber antifaschistischer selbstschutz ist notwendig wie eh und je. macht euch gerade gegen faschos, zeigt ihnen grenzen auf. physisch und verbal. wir müssen ihnen ihre räume streitig machen.

traut euch, seid mutig euch nazis und rassist*innen mit der konsequenz zu begegnen, die sie verdient haben! antifa heißt unfair kämpfen, wir wünschen euch eine kraftvolle und stabile demo! 

eure antifa frankfurt

Klarstellung zu Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft über einen Vernehmungsversuch gegenüber dem am vergangenen Wochenende mit einem Messer schwer verletzten 23-jährigen Göttinger

Die Berichterstattung im Göttinger Tageblatt über den Versuch einer DNA-Entnahme, einer forensischen Untersuchung sowie einer Vernehmung des in der Nacht vom 20.06. auf den 21.06. mit einem Messer schwer verletzten 23-jährigen Göttingers erfordert eine Klarstellung:

Bereits am 23.06. wurde der Staatsanwaltschaft Göttingen mitgeteilt, dass die Anwaltskanzlei Sven Adam von den Eltern des Verletzten beauftragt wurde, dessen rechtliche Interessen wahrzunehmen. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Gesundheitszustand des Verletzten zu achten ist und eine Vernehmung erst zum Zeitpunkt der Vernehmungsfähigkeit und vor allem nur in Anwesenheit seines Anwalts durchgeführt werden darf. Zudem wurde angeregt, beabsichtigte Ermittlungsmaßnahmen gegenüber unserem Mandanten vorab mit uns abzustimmen. Die Strafprozessordnung sieht die konkreten Verfahrensrechte vor, insbesondere das Recht, vor und während einer Vernehmung anwaltlichen Beistand hinzuzuziehen (§ 68b, § 163 Abs. 3 StPO), sowie – sollte er als Beschuldigter in Betracht gezogen werden – das Recht, jederzeit und schon vor einer Vernehmung einen Anwalt zu befragen (§ 136 Abs. 1, § 137 StPO).

Statt diese Rechte zu achten, erschienen am frühen Nachmittag des 25.06. insgesamt vier Polizeibeamte unangekündigt im Krankenhaus im Zimmer unseres Mandanten und forderten diesen auf, einer freiwilligen DNA-Entnahme sowie einer forensischen Untersuchung zuzustimmen. Zudem wollten sie eine Vernehmung durchführen. Zu diesem Zeitpunkt verneinte der Verletzte – schon aufgrund seines Gesundheitszustandes – diese polizeilichen Maßnahmen und bat die Beamten, das Krankenzimmer zu verlassen. Unklar ist schon, ob ihm überhaupt bewusst wurde, was von ihm genau warum verlangt wurde – zumal eine wirksame Einwilligung in eine molekulargenetische Untersuchung Einwilligungsfähigkeit voraussetzt (§ 81f StPO).

Im Nachgang wurden wir von den Eltern des Verletzten über diesen Vorgang informiert und nahmen Kontakt zur Polizeiinspektion Göttingen auf. Diese teilte mit, dass Ansprechpartner für Ermittlungsmaßnahmen nur die Staatsanwaltschaft Göttingen sei – die für die Ermittlungen zuständige Behörde, die von uns am 23.06. angeschrieben wurde.

Die Behauptung, die polizeilichen Maßnahmen seien mit einem Arzt abgesprochen gewesen, muss von uns noch geprüft werden. Nach unseren Informationen haben die Ärzte der UMG stattdessen die Ermittlungsbehörden aufgrund des Gesundheitszustandes gebeten, den Verletzten nicht vor Beginn der kommenden Woche zu vernehmen. Dies wurde den Eltern mitgeteilt.

Auch die Behauptung, die Polizei habe von dem Schriftsatz unserer Kanzlei zwei Tage nach der elektronischen Versendung keine Kenntnis gehabt, wirft Fragen auf. Denn die Polizei hat am frühen Nachmittag des 25.06. auch Zeugenvorladungen in den Briefkasten der Kanzlei persönlich zugestellt. Die Vertretung der Zeugen ergibt sich nur aus dem besagten Schriftsatz vom 23.06., von dessen Inhalt die Polizei keine Kenntnis haben wollte.

Im Vordergrund muss der Gesundheitszustand unseres Mandanten stehen. Es geht nicht darum, Ermittlungen zu verlangsamen oder zu verhindern. Es geht auch nicht darum, Zeitpunkte von Ermittlungsmaßnahmen zu diktieren, wie es die Staatsanwaltschaft Göttingen in der Presseberichterstattung im Göttinger Tageblatt suggeriert. Es geht darum, die Verfahrensrechte des 23-Jährigen zu achten und ihn erst dann zu vernehmen, wenn er dazu gesundheitlich in der Lage ist. Wie der überregionalen Berichterstattung zutreffend zu entnehmen war, wurde unser Mandant lebensgefährlich verletzt. Er befand sich über Tage in einem künstlichen Koma.

Die Staatsanwaltschaft schließt zudem nicht aus, dass der verdächtige 17-Jährige in Notwehr gehandelt habe, und hat keinen Haftbefehl gegen ihn beantragt. Es wird von der Göttinger Staatsanwaltschaft also der Vorwurf eines vorangegangenen und strafbaren Angriffs durch den Verletzten in Erwägung gezogen. Gerade weil ein gegen ihn gerichteter Tatvorwurf in den Raum gestellt wird, stehen ihm auch die Rechte eines Beschuldigten zu – insbesondere das Recht, vor jeder Vernehmung einen Anwalt zu konsultieren (§ 136 Abs. 1, § 137 StPO), und das Recht auf anwaltlichen Beistand bei der Vernehmung (§ 68b StPO).

Ein solches Gespräch über den Vorfall selbst konnte von uns bislang – wegen seines Gesundheitszustandes – nicht geführt werden.

Wir gehen davon aus, dass die Rechte unseres schwer verletzten Mandanten von nun an gewahrt werden.

Für Rückfragen steht RA Sven Adam unter den genannten Kontaktdaten zur Verfügung.

Gefunden unter https://anwaltskanzlei-adam.de/2026/06/27/klarstellung-zu-stellungnahmen-der-staatsanwaltschaft-ueber-einen-vernehmungsversuch-gegenueber-dem-am-vergangenen-wochenende-mit-einem-messer-schwer-verletzten-23-jaehrigen-goettinger/

Redebeitrag aus dem Juzi bei der Demo am 27.6.2026

Liebe Leute,
vermutlich habt ihr die folgenden Zeilen heute schon ein paar Mal gehört, manches kann nicht oft genug gesagt werden: Beste Wünsche zur schnellen Genesung gehen an den verletzten Antifaschisten. Nimm dir alle Zeit, die du brauchst, aber wir freuen uns sehr, dich bald wiederzusehen!

Dieser Angriff auf ihn ist ein umfassender Angriff auf sein Leben als solches, in allen Kontexten, in denen er sich bewegt, mit all den Menschen, die dadrin vorkommen: Familie, Freund:innen, Angehörige, Comrades, Genoss:innen, und viele mehr. Wir können nur erahnen was ihr die letzte Woche aushalten und durchmachen musstet. Wir stehen an eurer Seite.

Probs gehen auch raus an die beste Anwaltskanzlei von Welt für eure juristische und emotionale Unterstützung in der letzten Woche.

Und natürlich freuen wir uns heute hier zusammen mit euch allen unsere Solidarität mit dem verletzten Antifa auf die Straße tragen zu können. Es fühlt sich gut an, hier so viele Menschen zu sehen.

Wir alle hier werden in den Medien gerne als „linke Szene“ bezeichnet und mitunter benutzen wir den Begriff auch selbst. Wir wissen aber auch, dass wir uns wohl nach hunderten Plena nicht einig wären, was damit eigentlich gemeint ist. Nicht selten stehen die Unterschiede vor den Gemeinsamkeiten.

Wir leben aber auch in einer Zeit, in der leider mal wieder sehr deutlich wird, dass Faschismus und erst recht autoritäre Denkweisen nicht einfach verschwinden werden. Ganz im Gegenteil: Antifaschismus, der Kampf gegen Faschismus, ist eine dauerhafte und kontinuierliche Aufgabe. Und genau hier ist unsere Unterschiedlichkeit eine Stärke. Lasst uns den unterschiedlichen Spielarten des Faschismus mit einem intersektionalen Kampf gegen Unterdrückung, Diskriminierung und Ausgrenzung begegnen. Lasst uns faschistischen Strukturen auf allen Ebenen und mit ganz unterschiedlichen Mitteln entgegenstellen. Ein stabiler Antifaschismus auf der Straße, Infoveranstaltungen und Recherche sowie politische Konzerte verfolgen das gleiche Ziel.

Und lasst uns, das ist vielleicht sogar das Wichtigste, lasst uns gemeinsam weiter emanzipatorische Strukturen aufbauen, die jenseits von Staat und anderen Autoritäten funktionieren. Solidarische und hierarchiekritische Strukturen in denen wir gemeinsam für eine andere Welt einstehen können. Strukturen, deren Grundlage so weit vom Faschismus entfernt ist, dass wir ihn an der Wurzel packen und jegliche Basis nehmen.

In diesem Sinne: Zusammen ist besser als alleine.
Antifa in die Offensive.

Gefunden unter https://juzi.de/2026/06/redebeitrag-aus-dem-juzi-bei-der-demo-am-27-6-2026/